Abschluss

Erläuterungen zum verkürzten Konzernzwischenabschluss zum 31. März 2014

Grundlagen und Methoden

Der Zwischenabschluss zum 31. März 2014 ist gemäß § 37x Abs. 3 WpHG und in Übereinstimmung mit den Vorschriften des IAS 34 in verkürzter Form nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board, London, sowie den Interpretationen des IFRS Interpretations Committee erstellt worden.

Die Erläuterungen im Anhang des Konzernabschlusses 2013 gelten – mit Ausnahme der im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendeten Rechnungslegungsvorschriften und Änderungen von Bilanzierungsmethoden – insbesondere im Hinblick auf die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend.

Im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Die erstmalige Anwendung folgender geänderter Rechnungslegungsvorschriften hatte keinen bzw. keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage oder auf das Ergebnis je Aktie.

Im Dezember 2011 veröffentlichte das IASB die Ergänzung „Offsetting Financial Assets and Financial Liabilities“ in Bezug auf IAS 32 (Financial Instruments: Presentation). Die Ergänzung zu IAS 32 stellt Details im Zusammenhang mit den Kriterien „unbedingtes Recht zur Aufrechnung“ und „zeitgleiches Settlement“ klar. Die Ergänzungen werden seit dem 1. Januar 2014 angewendet. Diese Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Das IASB hat im Oktober 2012 mit „Investment Entities“ Änderungen zu IFRS 10 (Consolidated Financial Statements), IFRS 12 (Disclosure of Interests in Other Entities) und IAS 27 (Separate Financial Statements) für Investmentgesellschaften veröffentlicht. Diese werden von der Pflicht zur Konsolidierung von bestimmten Tochtergesellschaften nach IFRS 10 befreit. Sie haben diese stattdessen erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Darüber hinaus werden die Anhangangaben für Investmentgesellschaften in IFRS 12 erweitert. Die Änderungen werden seit dem 1. Januar 2014 angewendet. Diese Änderungen hatten keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Umstellung des Funktionskostenausweises und der Sondereinflüsse

Zur Steigerung der Vergleichbarkeit und Transparenz des Funktionskostenausweises wurden im Geschäftsjahr 2014 organisationsbezogene Ausweislogiken durch funktionale Sichten ersetzt. Dadurch ergibt sich eine Verschiebung von Verwaltungskosten in Vertriebs- und Herstellungskosten. Darüber hinaus werden die Sondereinflüsse direkt in den jeweiligen Funktionskosten ausgewiesen, um den Funktionskostenbezug direkt ersichtlich zu machen. Die bisherige generelle Zuordnung zum sonstigen betrieblichen Ergebnis entfällt.

Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Bilanzierungsänderungen Gewinn- und Verlustrechnung (Vorjahr)[Tabelle 29]
1. Quartal 2013
vor Bilanzierungs-
änderungen
Bilanzierungsänderungen nach Bilanzierungs-
änderungen
Funktions-­
kostenausweis
Sonder-
einflüsse
in Mio € in Mio € in Mio € in Mio €
Herstellungskosten -4.803 -17 -3 -4.823
Bruttoergebnis vom Umsatz 5.463 -17 -3 5.443
Vertriebskosten -2.437 -40 -10 -2.487
Forschungs- und Entwicklungskosten -723 -1 -1 -725
Allgemeine Verwaltungskosten -465 57 -1 -409
Sonstige betriebliche Erträge 161 1 162
Sonstige betriebliche Aufwendungen -228 15 -213

Änderungen zugrunde liegender Parameter

Änderungen in den zugrunde liegenden Parametern beziehen sich vor allem auf die Wechselkurse sowie auf die Zinssätze für die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen.

Die Wechselkurse wichtiger Währungen zum Euro ergeben sich wie folgt:

Wechselkurse wichtiger Währungen[Tabelle 30]
Stichtagskurs Durchschnittskurs
1 €/ 31.12.2013 31.03.2013 31.03.2014 1. Quartal 2013 1. Quartal 2014
BRL Brasilien 3,26 2,59 3,13 2,64 3,24
CAD Kanada 1,47 1,30 1,52 1,33 1,51
CHF Schweiz 1,23 1,22 1,22 1,23 1,22
CNY China 8,35 7,96 8,58 8,22 8,35
GBP Großbritannien 0,83 0,85 0,83 0,85 0,83
JPY Japan 144,72 120,87 142,42 121,42 140,87
MXN Mexiko 18,07 15,81 18,01 16,71 18,13
RUB Russland 45,32 39,76 48,78 40,16 47,87
USD USA 1,38 1,28 1,38 1,32 1,37

Für die Ermittlung des Barwerts der Pensionsverpflichtungen wurden folgende wesentliche Abzinsungssätze zugrunde gelegt:

Abzinsungssatz Pensionsverpflichtungen[Tabelle 31]
31.12.201331.03.2014
in %in %
Deutschland3,803,20
Großbritannien4,604,40
USA4,504,10

Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die nachfolgende Tabelle enthält die Überleitungsrechnung des EBIT der Segmente zum Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns:

Überleitung vom EBITDA vor Sondereinflüssen der Segmente zum Ergebnis
vor Ertragsteuern des Konzerns[Tabelle 32]
1. Quartal 20131. Quartal 2014
in Mio €in Mio €
EBITDA vor Sondereinflüssen der Segmente2.5842.834
EBITDA vor Sondereinflüssen Corporate Center-131-96
EBITDA vor Sondereinflüssen2.4532.738
Abschreibungen vor Sondereinflüssen der Segmente-636-648
Abschreibungen vor Sondereinflüssen Corporate Center-1-1
Abschreibungen vor Sondereinflüssen-637-649
EBIT vor Sondereinflüssen der Segmente1.9482.186
EBIT vor Sondereinflüssen Corporate Center-132-97
EBIT vor Sondereinflüssen1.8162.089
Sondereinflüsse der Segmente-457
Sondereinflüsse Corporate Center
Sondereinflüsse-457
EBIT der Segmente1.9032.193
EBIT Corporate Center-132-97
EBIT1.7712.096
Finanzergebnis-190-159
Ergebnis vor Ertragsteuern1.5811.937

Konsolidierungskreis

Entwicklung des Konsolidierungskreises

Zum 31. März 2014 wurden insgesamt 290 Gesellschaften voll- oder anteilsmäßig konsolidiert (31. Dezember 2013: 289 Gesellschaften). Davon wurde ein Unternehmen mit gemeinschaftlicher Tätigkeit (31. Dezember 2013: zwei Unternehmen mit gemeinschaftlicher Tätigkeit) gemäß IFRS 11 (Joint Arrangements) anteilsmäßig konsolidiert. Ferner sind drei Gemeinschaftsunternehmen (31. Dezember 2013: drei Gemeinschaftsunternehmen) und zwei assoziierte Unternehmen (31. Dezember 2013: zwei assoziierte Unternehmen) im Konzernabschluss nach der Equity-Methode gemäß IAS 28 (Investments in Associates and Joint Ventures) berücksichtigt worden.

Akquisitionen und Desinvestitionen

Akquisitionen

Am 6. März 2014 hat CropScience die Übernahme sämtlicher Anteile der Biagro-Gruppe, einem Hersteller und Vermarkter biologischer Saatgutbehandlungsmittel mit Sitz in Gral. Las Heras in der Provinz Buenos Aires, Argentinien, abgeschlossen. Das Unternehmen besitzt Produktionsstätten in Argentinien und Brasilien. Sein Portfolio an etablierten Marken umfasst u. a. biologische Saatgutbehandlungsmittel, Mikroorganismen zur Stärkung des Pflanzenwachstums sowie andere Produkte für die integrierte Schädlingsbekämpfung auf Basis von Bakterien- und Pilzstämmen. Die Akquisition unterstützt Bayer Crop­Science dabei, sein erfolgreiches Geschäft mit Sojabohnensaatgut in Lateinamerika auszubauen. Die Übernahme muss noch vom argentinischen Kartellamt genehmigt werden. Es wurde ein vorläufiger Kaufpreis von bis zu 24 Mio € vereinbart, der im Wesentlichen auf die Technologieplattform und einen Geschäfts- oder Firmenwert entfällt. Der Kaufpreis setzt sich aus einer Einmalzahlung sowie potenziellen Meilensteinzahlungen in Höhe eines beizulegenden Zeitwertes von 6 Mio € zusammen. Die Meilensteinzahlungen hängen im Wesentlichen vom Erreichen bestimmter Umsatzziele und Produktzulassungen ab.

Im März 2014 hat HealthCare das Übernahmeangebot für die Aktien der Algeta ASA, Oslo, Norwegen, erfolgreich abgeschlossen und 100 % der ausstehenden Aktien erworben. Am 20. Januar hatte Bayer ein Übernahmeangebot für alle Aktien von Algeta zum Preis von 362 NOK je Aktie in bar veröffentlicht. Bis zum Ende der Annahmefrist des Angebots stimmten Algeta-Aktionäre mit rund 98 % der Anteile dem Angebot zu. Für die restlichen 2 % der Anteile wurde zum 14. März ebenfalls zum Preis von 362 NOK je Aktie ein Squeeze-out durchgeführt.

Algeta erarbeitet neuartige Krebstherapien, aufbauend auf den eigenen weltweit führenden und geschützten Technologien. Das Unternehmen entwickelt zielgerichtete Krebsmedikamente (Alpha-Pharmazeutika) unter Nutzung der einzigartigen Eigenschaften der Alphateilchen-Strahlung. Bayer und Algeta unterhalten seit 2009 eine Partnerschaft zur Entwicklung und Vermarktung von Radium-223-Dichlorid, das seit Mai 2013 in den USA unter dem Namen Xofigo™ zugelassen ist. Die Übernahme stärkt das Onkologie-Geschäft von HealthCare. Der Kaufpreis betrug 1.974 Mio €. Hierin enthalten sind 35 Mio € für die Beilegung der zuvor bestehenden Beziehung zwischen Algeta und Bayer. Der genannte Beilegungsbetrag ist der Betrag, zu dem die zuvor bestehende vertragliche Beziehung aus Sicht des Erwerbers im Vergleich mit den aktuellen Marktbedingungen für ähnliche Partnerschaften vorteilhaft ist. Der Beilegungsbetrag wird als sonstiger betrieblicher Ertrag dargestellt und erhöht gleichzeitig die übertragene Gegenleistung.

Der Kaufpreis entfiel im Wesentlichen auf einen immateriellen Vermögenswert für die produktbezogene Radium-223-Technologie sowie einen Geschäfts- oder Firmenwert. Der Geschäfts- oder Firmenwert basiert im Wesentlichen auf Synergien bei Verwaltungsprozessen und Infrastrukturen, u. a. Kosteneinsparungen in den Funktionen Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltung.

Die Kaufpreisallokationen für die Biagro-Gruppe und Algeta ASA sind derzeit noch nicht abgeschlossen, da die Erstellung und Prüfung der zugrunde liegenden finanziellen Informationen noch andauern. Änderungen in der Zuordnung des Kaufpreises auf die einzelnen Vermögenswerte und Schulden können sich daher noch ergeben.

Die genannten Transaktionen sowie Kaufpreisanpassungen aus Transaktionen der Vorjahre/-quartale wirkten sich zum jeweiligen Erwerbs- und Anpassungszeitpunkt auf Vermögen und Schulden des Konzerns im Quartal wie folgt aus und führten unter Berücksichtigung der übernommenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu folgendem Mittelabfluss:

Erworbene Vermögenswerte und Schulden im 1. Quartal 2014[Tabelle 33]
Beizulegende Zeitwerte davon Algeta ASA
in Mio € in Mio €
Geschäfts- oder Firmenwert 716 709
Patente und Technologien 1.761 1.761
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 29 23
Sachanlagen 24 23
Vorräte 15 15
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 42 39
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 91 90
Finanzverbindlichkeiten -128 -128
Sonstige Verbindlichkeiten -78 -75
Passive latente Steuern -485 -483
Nettovermögen 1.987 1.974
Veränderungen in den Anteilen anderer Gesellschafter
Kaufpreis 1.987 1.974
Übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -91 -90
Beilegung von zuvor bestehenden Beziehungen -35 -35
Verbindlichkeiten für zukünftige Zahlungen -4
Zahlungen für Akquisitionen aus Vorjahren/-quartalen 1
Nettoabfluss aus Akquisitionen 1.858 1.849

Im Februar 2014 unterzeichnete Bayer einen Vertrag zur Übernahme aller Aktien der Dihon Pharma­ceutical Group Co. Ltd. in Kunming Yunnan, China. Dihon ist ein pharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Herstellung und Vermarktung von OTC-Präparaten sowie Präparaten auf pflanzlicher Basis als Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin spezialisiert hat. Es wurde ein vorläufiger Kaufpreis von 424 Mio € vereinbart. Die Übernahme ist an verschiedene Bedingungen geknüpft, darunter auch die Genehmigung durch die Kartellbehörden. Der Abschluss der Transaktion soll im zweiten Halbjahr 2014 erfolgen.

Desinvestitionen

Im 1. Quartal 2014 wurden keine Desinvestitionen durchgeführt.

Finanzinstrumente

Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für jede einzelne Kategorie von Finanzinstrumenten dar und leitet diese auf die entsprechenden Bilanzpositionen über. Da die Bilanzpositionen sonstige Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sowohl Finanzinstrumente als auch nicht finanzielle Vermögenswerte bzw. nicht finanzielle Verbindlichkeiten (z. B. sonstige Steuerforderungen oder Vorauszahlungen für zukünftig zu erhaltende Leistungen) enthalten, dient die Spalte „Nicht finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten“ einer entsprechenden Überleitung.

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte der Finanzinstrumente[Tabelle 34]
31.03.2014
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Zum beizu-
legenden
Zeitwert
bewertet
Nicht
finanzielle
Vermögens-
werte/
Verbindlich-
keiten
Buchwert
in der
Bilanz
Buchwert 31.03.2014 Nach-
richtlich: beizu-
legender Zeitwert
Auf Basis
öffentlich
notierter Marktpreise
(Stufe 1)
Auf Basis beobacht­-
barer Marktdaten
(Stufe 2)
Auf Basis
nicht
beobacht­-
barer Input­
faktoren
(Stufe 3)
Buchwert
Buchwert Buchwert Buchwert
in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio €
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.444 9.444
Ausleihungen und Forderungen 9.444 9.443 9.444
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.078 313 597 36 2.024
Ausleihungen und Forderungen 961 961 961
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 21 313 334
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen 96 97 96
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 308 308
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 289 36 325
Sonstige Forderungen 535 1.305 1.840
Ausleihungen und Forderungen 535 535 535
Nicht finanzielle Vermögenswerte 1.305 1.305
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.631 2.631
Ausleihungen und Forderungen 2.631 2.631 2.631
Finanzielle Vermögenswerte gesamt 13.688 313 597 36 14.634
davon: Ausleihungen und Forderungen 13.571 13.571
Finanzverbindlichkeiten 11.872 369 12.241
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 11.872 12.035 11.872
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 219 219
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 150 150
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.090 65 4.155
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 4.090 4.090 4.090
Nicht finanzielle Verbindlichkeiten 65 65
Sonstige Verbindlichkeiten 645 42 29 1.010 1.726
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 645 645 645
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 20 20
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 22 29 51
Nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1.010 1.010
Finanzielle Verbindlichkeiten gesamt 16.607 411 29 17.047
davon: Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 16.607 16.607
davon: Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 239 239
davon: Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 172 29 201

In Ausleihungen und Forderungen innerhalb der sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie in den Finanzverbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wurden, sind auch Finanzierungs-Leasingforderungen bzw. Finanzierungs-Leasingverbindlichkeiten enthalten, bei denen Bayer der Leasinggeber bzw. Leasingnehmer ist und die folglich nach IAS 17 bewertet werden.

Aufgrund der überwiegend kurzfristigen Laufzeiten für Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten weichen die Buchwerte am Bilanzstichtag nicht signifikant von den beizulegenden Zeitwerten ab.

Der beizulegende Zeitwert von langfristigen Forderungen, Ausleihungen, bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinvestitionen oder originären Verbindlichkeiten wird als Barwert der zukünftigen Zahlungsmittelzu- oder -abflüsse ermittelt. Die Abzinsung erfolgt unter Anwendung des zum Bilanzstichtag aktuellen laufzeitadäquaten Zinssatzes unter Berücksichtigung der Bonität des Kontrahenten. Sollte ein börsennotierter Preis vorhanden sein, wird dieser als beizulegender Zeitwert angesetzt.

Die beizulegenden Zeitwerte von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten entsprechen notierten Preisen auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte (Stufe 1).

Sofern keine beobachtbaren Marktpreise existieren, werden für Derivate die beizulegenden Zeitwerte mit Bewertungstechniken basierend auf beobachtbaren Marktdaten zum Bilanzstichtag ermittelt (Stufe 2). Bei der Anwendung von Bewertungstechniken wird das Kreditrisiko der Vertragspartner durch die Ermittlung von Credit Value Adjustments berücksichtigt.

Die Bewertung der zugehörigen Devisen- und Warentermingeschäfte erfolgt einzelfallbezogen und mit dem jeweiligen Terminkurs bzw. -preis am Bilanzstichtag. Die Terminkurse bzw. -preise richten sich nach den Kassakursen und -preisen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen. Die beizulegenden Zeitwerte von Instrumenten zur Sicherung von Zinsrisiken sowie Zinswährungsswaps ergeben sich durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsmittelzu- und -abflüsse und der Berücksichtigung einer Fremdwährungsumrechnung zum Stichtag. Zur Abzinsung dienen Marktzinssätze, die über die Restlaufzeit der Instrumente angewendet werden.

Eingebettete Derivate werden von den jeweiligen Basisverträgen separiert. Bei den Basisverträgen handelt es sich in der Regel um Absatz- oder Bezugsverträge aus dem operativen Geschäft. Die Zahlungsströme aus dem Vertrag ändern sich aufgrund der eingebetteten Derivate beispielsweise in Abhängigkeit von Wechselkursschwankungen, Rohstoffpreisschwankungen oder sonstigen Preisschwankungen. Die intern durchgeführte Bewertung von eingebetteten Derivaten erfolgt insbesondere mit der Discounted-Cashflow-Methode, die auf nicht beobachtbaren Inputfaktoren – unter anderem geplanten Absatz- und Bezugsmengen sowie aus Marktdaten abgeleiteten Preisen – basiert (Stufe 3). Basierend auf diesen beizulegenden Zeitwerten erfolgt ein regelmäßiges Monitoring im Rahmen der quartärlichen Berichterstattung.

Die Entwicklung der auf nicht beobachtbaren Inputfaktoren basierenden und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten stellte sich per saldo wie folgt dar:

Entwicklung der auf nicht beobachtbaren Inputfaktoren basierenden und zum
beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten (Saldo) [Tabelle 35]
2014
in Mio €
Nettobuchwerte 1.1. -7
Ergebniswirksam erfasste Gewinne/Verluste (–) 10
davon zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/Verbindlichkeiten 10
Ergebnisneutral erfasste Gewinne/Verluste (–)
Zugänge von Vermögenswerten/Verbindlichkeiten (–)
Abgänge von Vermögenswerten (–)/Verbindlichkeiten 4
Umgliederungen
Nettobuchwerte 31.03. 7

In der Berichtsperiode fielen keine Veräußerungsergebnisse an. Ergebniswirksame Veränderungen wurden in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen erfasst.

Im ersten Quartal 2014 bestand weiterhin eine Unsicherheit über die wirtschaftliche Lage in Venezuela. Insbesondere vor dem Hintergrund neuer Regeln für den Devisentausch und staatlicher Regulierungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit der Kursfeststellung kann die zukünftige Währungsentwicklung schwer eingeschätzt werden.

Rechtliche Risiken

Hinsichtlich der Angaben zu den rechtlichen Risiken des Bayer-Konzerns verweisen wir auf die Darstellung in Anhangangabe 32 im Bayer Geschäftsbericht 2013. Der Bayer-Geschäftsbericht 2013 steht unter www.bayer.de kostenlos zum Herunterladen bereit. Seit diesem Geschäftsbericht hat es folgende wesentliche Veränderungen im Bereich der rechtlichen Risiken gegeben:

HealthCare

Produktbezogene Auseinandersetzungen

Yasmin™/YAZ™: Die Gesamtzahl der gerichtlichen und außergerichtlichen Anspruchstellerinnen in den USA belief sich am 8. April 2014 auf etwa 3.900 (nach Abzug bereits verglichener Fälle). Die Anspruchstellerinnen machen geltend, drospirenonhaltige orale Kontrazeptiva wie Yasmin™ und/oder YAZ™ bzw. Ocella™ und/oder Gianvi™, von Barr Laboratories Inc. in den USA vermarktete generische Versionen von Yasmin™ bzw. YAZ™, hätten bei Anwenderinnen zu Gesundheitsschäden geführt, in Einzelfällen auch mit Todesfolge.

Bis zum 8. April 2014 hat Bayer ohne Anerkennung einer Haftung Vergleiche mit etwa 8.560 Anspruchstellerinnen in den USA für insgesamt rund 1,74 Mrd US-Dollar vereinbart. Bayer hat lediglich Ansprüche in den USA wegen Erkrankungen infolge von venösen Blutgerinnseln wie tiefen Venenthrombosen oder Lungenembolien nach einer fortlaufenden fallspezifischen Analyse der medizinischen Unterlagen verglichen. Derartige Erkrankungen werden von ca. 1.920 Anspruchstellerinnen behauptet (nach Abzug bereits verglichener Fälle). Von Fall zu Fall wird Bayer weiterhin die Möglichkeit eines Vergleichs einzelner Rechtsstreitigkeiten in den USA in Betracht ziehen.

Im März 2014 hat eines der beteiligten Versicherungsunternehmen seine Deckungsverpflichtung bestritten. Bayer hat sich grundsätzlich auf einen Vergleich zu Bedingungen geeinigt, welche die finanzielle Situation von Bayer nicht wesentlich beeinflussen. Eine entsprechende Vorsorge ist im Abschluss des 1. Quartals 2014 berücksichtigt.

Mirena™: Bis zum 8. April 2014 wurden Bayer in den USA Klagen von etwa 1.810 Anwenderinnen von Mirena™ zugestellt, einer Hormonspirale zur langfristigen Verhütung. Mit weiteren Klagen ist zu rechnen. Die Klägerinnen tragen vor, die Anwendung von Mirena™ habe zu Gesundheitsschäden geführt, insbesondere Perforation des Uterus oder ektopische Schwangerschaft, und verlangen Schaden- und Strafschadenersatz.

MaterialScience

Teilbefreiung von der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz: 2014 hat Bayer weiterhin die Teilbefreiung von der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz in der Fassung von 2012 in Anspruch genommen. Die möglicherweise im Fall einer rückwirkenden Unwirksamkeit der Befreiungsvorschriften auf Bayer zukommenden Forderungen erhöhen sich deshalb im Laufe des Jahres 2014 weiterhin.

Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Nahe stehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 (Related Party Disclosures) sind juristische oder natürliche Personen, die auf die Bayer AG und deren Tochterunternehmen Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Bayer AG bzw. deren Tochterunternehmen unterliegen. Dazu gehören insbesondere nicht konsolidierte Tochtergesellschaften, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen sowie Versorgungspläne und ferner die Organmitglieder der Bayer AG. Die Verkäufe an nahe stehende Unternehmen und Personen sind aus Sicht des Bayer-Konzerns nicht von materieller Bedeutung. Lieferungen und Leistungen wurden vor allem im Rahmen des laufenden operativen Geschäftes vom assoziierten Unternehmen PO JV, LP, Wilmington, USA, bezogen (0,2 Mrd €). Im Vergleich zum 31. Dezember 2013 haben sich die Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber den nahe stehenden Unternehmen nicht wesentlich verändert.

Leverkusen, 24. April 2014

Bayer Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Dr. Marijn Dekkers

Vorsitzender

Werner Baumann    Michael König    Kemal Malik    Prof. Dr. Wolfgang Plischke

Letzte Änderung: 28. April 2014  Copyright © Bayer AG
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